Diese Frage habe ich mir damals auch gestellt und ich habe einen entscheidenden Fehler gemacht. Ich habe mich in der Gestaltung verloren. Mein Anfang war, mir tausend Ideen bei Pinterest zu holen und mir den Stress zu machen, das genauso 1 zu 1 nachgestalten zu müssen. Ich möchte an dieser Stelle nicht damit hinter dem Berg halten, dass es sich hier um eine Utopie handelt, der du nicht wie ich hinterherlaufen solltest. Ich habe viel zu viel Zeit damit verschwendet und war dann so frustriert, dass ich aufgeben wollte.

Ich möchte aber auch nicht alles schlecht reden. Wenn man wie ich ein kreativer Kopf ist, dann hat die Gestaltung auch etwas Entspannendes, womit man zwischendurch immer mal wieder den Kopf frei bekommen kann. Wenn du schon zeichnest und Spaß daran hast, dann ist das für dich wahrscheinlich auch nicht die Herausforderung beim Thema Bullet Journal. Wenn du aber nicht so der große Künstler bist, dann sollte dich das nicht vom Bullet Journal abhalten. Ab heute findest du hier auch meine schwarz-weißen Vorlagen.

Ich habe in meinem letzten Beitrag vom Mindset gesprochen. Ich kann mein Denkmuster nicht verändern, wenn ich die Vorlagen von anderen kopiere, die aus ihrem Mindset heraus entstanden sind. Das ist nicht zielführend. Deshalb können Vorlagen immer nur Inspiration für eigene Ideen sein.

Die Grundlage des Bullet Journal ist der Key und das Daily Logging. Hier wirst du in deiner Planung merken, wann du zu viel oder zu wenig machst. Mein Key sieht so aus.

Mein Key ist in Englisch, weil das einfach die Sprache ist, in der ich mich am meisten zu Hause fühle. Wenn dir das genauso geht, dass Deutsch nicht deine Muttersprache ist, dann solltest du das genauso machen.

Gehen wir also einmal alle Punkte durch:

Ein kleines Dreieck für events/Ereignisse: Damit kennzeichne ich in meiner täglichen Planung wichtige Ereignisse. Das hilft mir auf den ersten Blick zu erkennen, wenn am nächsten Tag oder in den nächsten Tagen etwas wichtiges ansteht, weil ich mich darauf vorbereiten muss.

Das Rechteck für tasks/Aufgaben: Das bedeutet, dass ich hier, ähnlich einer To-Do-Liste meine geplanten Aufgaben festhalte. Durch das Kästchen kann ich die beiden Markierungen darunter am Tagesende gut nutzen, um zu sehen, ob ich die Aufgabe erledigt habe (complete) oder nur angefangen habe (in progress). Das letztere kommt selten vor, da ich eigentlich immer so lange arbeite, bis eine Aufgabe wirklich abgehakt ist. Du denkst jetzt vielleicht, dass das nicht so gesund ist, aber da kann ich dich beruhigen. Ich teile deshalb meine Aufgabe in kleinere Unterabschnitte ein. Wenn ich zum Beispiel ein Buch lesen muss, dann schreibe ich in meiner Tagesplanung jedes Kapitel einzeln auf und dann muss ich an dem einen Tag vielleicht auch nur drei Kapitel lesen.

Der kleine Punkt für note/Notizen: Den benutze ich immer dann, wenn mir im Laufe des Tages etwas einfällt, das ich dringend aufschreiben muss, z.B. meine Einkaufsliste oder etwas was ich jemandem noch sagen muss.

Danach folgt in meinem Key ein etwas komplexeres Symbol: idea/Idee – Das ist ein Quadrat, dessen Spitzen nach oben und unten zeigen. Die Winkel sind mit der gegenüberliegenden Seite verbunden und in der Mitte ist ein Punkt. Das ganze hat einen einfachen Hintergrund. Wenn aus einer Notiz eine Idee wird, kann ich das Zeichen ganz schnell umgestalten ohne streichen zu müssen.

Das nächste Symbol ist angelehnt an das Zeichen von Instagram. Social Media: Hier halte ich alles fest, was mir für Instagram einfällt oder wenn ich einen Kanal gefunden habe, der mir gefällt und dem ich aber nicht sofort folgen möchte. Das macht es mir leichter, das im Auge zu behalten. Meine Social Media Zeit halte ich hier nicht fest. Das mache ich im Social Media Tracker. Das ist aber ein anderes Thema.

Dann kommt noch das Symbol für call/Anruf. Hier schreibe ich mir einfach auf, wenn ich einen Anruf machen muss. Wenn ich ihn gemacht habe kommt dahinter das Symbol für abgeschlossen, das ich oben schon beschrieben habe.

Das einfache Ausrufezeichen steht für urgent/dringend und das doppelte für very urgent/ sehr dringend. Wie komme ich dabei zu einer Unterscheidung? Ganz einfach, Dinge die wirklich nicht warten können, wie Abgaben von Aufgaben, Präsentationen oder Sachen, die ich für Social Media machen “muss”, bekommen zwei Ausrufezeichen. Liegt die Deadline am nächsten Tag z.B. ist eine Sache sehr dringend. Liegt sie am Ende der Woche, ist sie nur dringend und wenn sie bis zur nächsten Woche zu erledigen ist, ist es eine Aufgabe.

Sachen die abgesagt werden (cancelled) streiche ich mit Lineal und Fineliner sauber durch. So weiß ich noch, was da eigentlich gewesen wäre, aber auch, ob ich mich nochmal darum kümmern muss. Dann werden sie wieder zu calls/Anrufen oder tasks/Aufgaben.

Macht das für dich Sinn? Das ist die Theorie. Wie das Ganze in der Praxis aussieht, zeige ich dir in meinem Beitrag morgen an einem Beispiel.

Jetzt wünsche ich dir erstmal einen schönen Tag.

Bis morgen,

Deine Madlen