Perfektionismus? Den kennen in meinen Augen wohl viele Menschen. Viele scheuen sich davor mit dem Bullet Journal anzufangen, weil es auf Instagram nur diese perfekten Bilder gibt. Ich möchte dir jetzt sowohl die Angst nehmen, als auch die Illusion. Niemand ist perfekt. Du nicht, ich nicht und auch niemand sonst. Auch nicht die großen Instagrammer und YouTuber. Es gibt da draußen viele talentierte Menschen, die sich mit dem Thema Bullet Journal beschäftigen und echt gute Sachen machen. Keine Frage. Man kann Bilder aber bearbeiten. Ich mache das auch und das ist ok.

Es nicht nicht schlimm, nicht perfekt zu sein. Bevor ich mit meinem Bullet Journal angefangen habe, musste immer alles perfekt sein. Ich dachte ich bin perfekt organisiert. Ich dachte ich kann alles. Das war das, was ich beim Thema Mindset angesprochen habe. Und ja. Ich war jemand, der in diesem starren Mindset gefangen war. Ich habe nur Dinge gemacht, die ich konnte. Fehler sollten andere machen. Darauf hatte ich keine Lust. Das hat auch perfekt funktioniert. Bis ich nicht mehr funktioniert habe.

Respekt zu haben, vor dem was andere tun, ist so wichtig. Wenn man aber immer perfekt sein will, verliert man irgendwann den Respekt vor sich selbst, weil man seine eigenen Ziele nicht mehr erreicht und sich nur selbst im Weg steht. So war das bei mir. Was aber hat mich zum Umdenken bewogen? Es gab jemanden, der mir gezeigt hat, dass ich perfekt bin, so wie ich bin, wenn ich doch nur ich selbst bin. Um das zu erreichen, musste ich etwas an meinem Mindset ändern.

Fragen, mein Kopf war voller Fragen. Was ist das Bullet Journal und was bringt es mir überhaupt? Wo soll ich anfangen. Das war genau das, worüber ich in meinen ersten Beiträgen auf diesem Blog letzte Woche geschrieben und gesprochen habe.

Erst wenn man mit einer Sache anfängt, kann man wissen, ob und wie sie funktioniert. Das ist alles eine Frage von Zeit. Die Zeit muss man sich am Anfang nehmen und es ist auch nicht leicht, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Es kann weh tun, wenn man merkt wo man Schwächen hat, aber genau diese Möglichkeit bietet das Bullet Journal auch. Es gibt den Raum Fehler zu erkennen und an ihnen zu arbeiten.

Künstler zu sein, ist keine Voraussetzung, um mit dem Bullet Journal anzufangen. Es ist auch keine Kunst, mit dem Bullet Journal anzufangen, aber es ist eine Kunst dran zu bleiben und nicht aufzugeben, wenn es schwierig wird. Viele tun das aber. Du wirst immer wieder an einen Punkt kommen, wo du dich fragst, was dir das alles bringt. Es wird auch Tage geben, an denen du es nicht schaffst, dein Bullet Journal konsequent zu führen.

Time-Management ist etwas, was man mit dem Bullet Journal auch lernt. Dabei gibt es aber zwei Baustellen. Ich habe gelernt, dass man die Zeit für das Bullet Journal konsequent im Daily Log des Bullet Journal einplanen muss und auch, dass man lernt, sich klar zu strukturieren. Das war einer der Punkte, warum ich irgendwie auch mit dem Bullet Journal angefangen habe. Ich wollte Struktur in meine Notizen bringen. Es gab noch nicht den Kalender, der mir den Raum gegeben hätte, mich kreativ auszutoben und Ordnung in mein Chaos zu bringen.


Ironie an der Sache ist, dass du nicht perfekt sein wirst und dass es Zeit brauchen wird, bis dein Bullet Journal so ist, wie du es in deinem Kopf hast. Wer schon kreativ unterwegs ist, hat sicherlich gute Voraussetzungen. Soweit so gut. Was aber heißt das jetzt für dich?

Ordnung in deine Ideen zu bringen, wäre ein Anfang. Bitte mach nicht den Fehler, den ich am Anfang gemacht habe und von dem ich schon erzählt habe. Es gibt Millionen und Abermillionen von Vorlagen bei Instagram und Pinterest. Das ist sicherlich auch eine Chance auf Inspiration. Der andere Weg wäre, dir ein Blatt Papier zu nehmen und aufzuschreiben, was du in deinem Bullet Journal brauchst. Frage dich, wie du dich strukturieren möchtest. Brauchst du eine Monatsübersicht? Eine To-Do Liste? Einen Lernplan? Raum für Notizen? Eine Notenübersicht? Wie soll dein Key aussehen? Willst du bunt starten oder eher Minimalistisch schwarz-weiß bleiben?

Natürlich fragt man sich, was andere denken, wenn man mit dem Thema Bullet Journal anfängt. Dabei rede ich noch nicht einmal davon, dass man seine Layouts auf Instagram teilen muss. Für mich hatte das aber zwei gute Gründe. Einerseits war ich so daran gebunden, jeden Tag dranzubleiben. Zum anderen hatte ich die Hoffnung, positives Feedback zu bekommen und mich so selbst zu motivieren, aber auch das war ein Denkfehler.

Ist es denn ein Fehler wegen anderer Leute mit dem Bullet Journal anzufangen? Ja, ganz klar. Es geht nicht darum, was andere denken, sondern was ich denke. Darum geht es ja beim Thema BuJo. Man kann nur an seinem Denken arbeiten, wenn man sich nicht von anderen Leuten davon abbringen lässt, dran zu bleiben und das durchzuziehen. Wie oft höre ich täglich die Frage: “Na malst du wieder in deinem Notizbuch rum?”. Meine klare Antwort darauf ist: “Nö, ich arbeite an meiner Persönlichkeit, an meinem Verhalten und meiner Arbeitsorganisation.”. Die Blicke sind unbezahlbar. Und ich habe so lange gebraucht, um auf diesen Satz zu kommen.

Stress sollte das Bullet Journal nicht verursachen. Das ist genau der umgekehrte Effekt von dem, was das Bullet Journal eigentlich machen soll. Es nimmt dir den Stress. Für mich hat die Gestaltung auch etwas Entspannendes und ist meine Zeit, die ich mir für mich nehme, um runterzukommen. Ich mache nicht mehr das, was andere von mir erwarten. Ich gestalte meine To-Do Listen nicht mehr danach, was andere von mir sehen wollen. Ich habe klar gesehen, wann ich mir zu viel vorgenommen habe. Ich habe auch gesehen, dass ich nicht mehr funktionieren muss. Ach ja, das sagte ich bereits.

Malen und Zeichnen sind also nicht der Hauptbestandteil des BuJo. Was aber ist es dann? Genau, Ordnung, System, Planung. Darüber solltest du dir Gedanken machen. Wie ist deine Tagesstruktur? Wann sind die Zeiten, an denen du am produktivsten bist? Nimmst du dir zu viel vor? Gibt es ein Ungleichgewicht zwischen Arbeitszeit und Freizeit? Wo sind deine Stärken und Schwächen? Was sind deine Ziele – kurzfristig und langfristig?

Unordnung und Utopie – das sind die beiden Sachen, die ich dir mit diesem Blogbeitrag hoffentlich nehmen konnte. Denn wenn du dich traust mit dem Bullet Journal anzufangen, wirst du merken, dass Perfektionismus eine Utopie ist. Du wirst sehen, dass Ordnung in dein persönliches Chaos kommt. Egal ob es das Chaos in deinen Notizen oder in deinen Gedanken ist.

Schritt für Schritt kannst du also zur Perfektion in deinem BuJo kommen. Hä? Jetzt redet sie aber Unsinn, denkst du dir vielleicht. Die ganze Zeit schreibe ich, dass es keine Perfektion gibt und jetzt gibt es sie doch? Ja es gibt sie. In den letzten Wochen hat sich in meinem Kopf ein Satz entwickelt, den ich versuche anderen weiterzugeben und und nun auch als das Motto auf diesem Blog und meinem Instagram-Kanal sehe:

“Dein Bullet Journal muss nicht perfekt für andere sein. Es muss perfekt für dich sein.