Das war mein Instagrampost vor ein paar Tagen. Das ist das japanische Zeichen für das Wort Kanban.

Ich will ganz ehrlich sein. Mein Kanban-Board im Alltag ist nicht zu vergleichen mit dem Kanban-Board eines Industriebetriebes, der dieses System verwendet, um seine Produktion zu rationalisieren. Was hat das Kanban-Board denn überhaupt mit Rationalisierung zu tun?

“Rationalisierung meint alle Maßnahmen, die sowohl technisch als auch organisatorisch sein können und die dazu beitragen, dass die mengenmäßige und betriebliche Leistung gesteigert oder qualitativ verbessert wird, Kosten gesenkt werden oder humanere Arbeitsbedingungen geschaffen werden. “

Das ist die Lehrbuch-Definition. Wenn man sie versteht, versteht man auch, was das mit dem Bullet-Journal zu tun hat. Wir alle unterliegen irgendwelchen Arbeitsprozessen. Das fängt schon in der Schule an. Als ich mit dem BuJo begonnen habe, hatte ich einfach nur unfassbar viele Post-It’s, die ich irgendwo hingeklebt habe. Ich habe endlos viel Zeit damit verschwendet, meine Zettel zu suchen und ständig Sachen neu planen zu müssen. Das hat so keinen Spaß gemacht, weshalb ich versucht habe eine neue Option der Organisation für mich zu finden.

Das Kanban-Board ist seit geraumer Zeit ein fester Bestandteil meines Bullet Journals, weil es mir erlaubt flexibel zu bleiben und zu sehen, wo ich im Workflow stehe.

Wichtig wäre vielleicht noch zu wissen, dass es das Kanban-Board gibt, aber das Kanban-System, wie es in Industriebetrieben verwendet wird, ein komplexeres Tool ist. Das hier darzustellen wäre zu viel und hätte dann auch nichts mehr mit dem zu tun, worum es mir hier geht. Das Kanban-Board ist aber vielleicht genau der Ausschnitt aus dem großen Ganzen, den du brauchst, um dir deine Arbeit und deine Arbeitsorganisation zu erleichtern.

Hier mal eine kleine Animation zum Kanban-Board in 14 Sekunden, wie das Ganze in der Praxis und in sehr kleinem Rahmen aussehen kann.

Das ist die Animation. Du findest sie auch auf YouTube.

Stell dir einfach vor, dass du für die Arbeit ein Meeting planen möchtest. Du musst dir einige Fragen stellen, die Beantwortung aber könntest du auf mehrere Schultern verteilen. Wenn wir vier Bereiche für ein Meeting festhalten wollten, wären das sicherlich: Personen, Ort, Zeit und Thema. Das Thema ist sicherlich durch den Arbeitgeber festgelegt oder du hast selbst Einfluss darauf, weil du siehst, dass etwas Bestimmtes gerade wichtig ist. Du stellst dir also die Frage was besprochen werden soll. Im Workflow des Kanban würde daraus also die Aufgabe werden, die Agenda zu erstellen. Ist diese fertig kannst du dich daran machen die Präsentation zu erstellen. Ist die fertig, ist auch der Unterpunkt des Themas abgeschlossen und du kannst dich einem der anderen Bereiche widmen. Hast du in der Organisation noch drei andere Personen neben dir, könntest du mit dem Kanban-Board auch sehen, wo die anderen gerade bei der Planung stehen.

EAT THE FROG

Das Faszinierende am Kanban-Board ist für mich persönlich, dass es mir im Alltag zeigt, wann ich vielleicht prokrastiniere und Sachen einfach nur vor mir herschiebe. Ich versuche mir dann immer vor Augen zu halten, dass es bei der Planung und Gestaltung von Prozessen immer auch die Option gibt, den unangenehmen Teil zuerst zu erledigen und sozusagen die Kröte zu schlucken. Wenn ich dann sehe, dass diese Kröte schon unter dem Punkt für ERLEDIGT finde, nimmt mir das unheimlich viel Stress. Das macht wieder ganz viel mit meinem Mindset und ich kann so ganz einfach sagen, dass ich weitermachen will.

STOP:

So einfach, wie ich das jetzt eben geschrieben habe, ist es natürlich nicht. Das wäre auch zu einfach. Genauso wie das Kanban-Board einen Prozess darstellt, ist es auch ein Prozess zu sagen, dass ich erst die unangenehmen Dinge aushalte, um mein Ziel zu erreichen. Wenn ich meine Arbeit hier auf dem Blog und auf Instagram sehe, weiß ich auch, dass auch in der ganzen Kreativität immer Aufgaben gibt, die nicht so angenehm sind und andere die ich liebe. Hier ist dem Kanban-Board eine kleine Grenze gesetzt. In manchen Prozessen gibt es Dinge, die müssen zuerst erledigt werden und andere die eben erst am Ende der Prozesskette stehen. Ich kann ein Fahrrad nicht zusammen bauen, bevor ich die Einzelteile produziert habe.

Ich denke darüber nach, noch einen dritten Teil dieser Serie zu schreiben. Hast du Fragen zum Kanban-System oder zum Kanban-Board? Fest steht für mich, dass dieser Prozess mit dem Kanban für mich auch noch nicht zu Ende ist.

FAZIT

Ich bin dankbar, dass ich mit meinem Beitrag hier eine Verknüpfung zu meiner Ausbildung herstellen kann. Jetzt weiß ich endlich, welcher Teil meiner Ausbildung zur Industriekauffrau und meiner Arbeit hier am meisten miteinander zu tun haben. Es ist das prozessorientierte Denken. Wenn du einen Traum hast, einen Plan, dann schreib ihn auf. Visualisiere ihn und dann geh den Schritt und arbeite daran.

Es gibt kein:

Ich kann nicht.

Es gibt nur:

Ich traue mich nicht aus Angst zu versagen

oder tatsächlich ein:

Ich will nicht.

Besser wäre doch zu sagen:

Zu erledigen

In Bearbeitung

Erledigt