Meine Zeit mit dem Bullet Journal begann mit Lisa vom YouTube-Kanal Einfach Lilienhaft. Immer wieder habe ich die Bilder auf Instagram gesehen und die Perfektion hat mich abgehalten mit dem Bullet Journal anzufangen. Lisa war so ganz anders. Dann fiel ein Name, den ich bis dahin noch nicht gehört habe: Ryder Caroll. Ryder wer? Genau, so ahnungslos war ich auch. Wer ist dieser Mann und was hat er mit dem Bullet Journal zu tun. Dass er mein ganzes Leben verändern würde, hab ich nicht geahnt. Er hat mir den Weg zu mir selbst gezeigt.

Ryder Caroll hat das Bullet Journal erfunden und mit Hilfe der wachsenden Community immer weiter angepasst. Ich habe mir sein Buch gekauft und mit dem Lesen begonnen. Die Aussage: Ich habe es nicht so mit dem Lesen, ist eine schlechte Ausrede. Das Buch gibt es mittlerweile auch als Hörbuch und es ist mein ständiger Begleiter. So viel zur Einleitung.

Was aber hat das jetzt genau damit zu tun, wie ich mich selbst verstanden habe? Ich habe dazu mal ein Mind Board gestaltet, dass du unten sehen kannst.

Kurze Fußnote zum Mind Board: Das ist meine Art, meine Gedanken festzuhalten. Das hier sieht vielleicht erstmal viel aus, aber lass dich davon nicht abschrecken. Ich erkläre es Step by Step und am Ende hast du einen Anfang.

  1. Worum geht es beim Bullet Journal? In der Community kursieren viele fehlerhafte Informationen, die nicht zuletzt geprägt sind, von den scheinbar perfekten Bildern auf Instagram. Wenn ich das immer wieder höre, kommt mir die Galle hoch. Entschuldigt meine harten Worte, aber das Bullet Journal ist mehr als ein schöner Kalender. Mit dem Bullet Journal kannst du deine Gedanken ordnen und dich mit dir selbst auseinandersetzen.
  2. Was brauchst du dazu? Ein leeres Notizbuch und einen Stift. Du kannst auch einfach ein Blatt Papier nehmen. Ich habe damals mit einem schwarzen Fineliner angefangen, nachdem ich den Sinn verstanden habe. Der erste Stift kann auch ein Bleistift sein oder ein Füller. Der Einfachheit halber finde ich den schwarzen Fineliner oder Gelstift am besten, einfach der Übersichtlichkeit wegen.
  3. Dann kannst du damit anfangen deinen Geist zu entrümpeln, wie Ryder es nennt. Bei ihm ist das der geistige Fundus (Caroll, Ryder: Die Bullet Journal Methode, rororo, Seite 52ff.) Jeden Tag gehen uns nämlich so viele Gedanken durch den Kopf, die reichen, um einen Roman zu füllen.
  4. Wie sieht der geistige Fundus aus? Du musst dir drei Fragen stellen: Woran arbeite ich? Woran sollte ich arbeiten? Und woran ich arbeiten möchte. Dazu könnte ich einen eigenen Artikel schreiben. Nur so viel: Es ist wichtig dabei ehrlich mit sich selbst zu sein.
  5. Die zentralen Fragen sind dabei vor allem, ob mir oder einer nahestehenden Person eine Sache etwas bedeutet oder ob sie unerlässlich ist. Dann stellt Ryder Caroll eine sehr provokante Frage, die mich wach gerüttelt hat. Was würde passieren, wenn ich eine Sache überhaupt niemals tun würde? Also wirklich niemals. Seien wir mal ehrlich. Viele Dinge haben keine Auswirkungen. Wir füllen unseren Geist eigentlich mit völlig unwichtigen Dingen, die uns belasten. Bei mir war das meine Vergangenheit. Ich habe wirklich Romane damit gefüllt. Besser ging es mir damit nicht und das war unendlich frustrierend. Erst mit dem Bullet Journal habe ich es geschafft, meine Gedankenschleifen zu durchbrechen.
  6. Und was machst du dann weiter? Dann kommt die Frage: Monatsübersicht oder Daily Log? Mittlerweile hat sich auch die Wochenübersicht in der Community etabliert, aber die hatte Ryder so nicht in seinem Konzept drin. Gestaltet man die Wochenübersicht aber wie Daily Logs bleibt man an Ryders Konzept dran.
  7. Dafür brauchst du jetzt einen Key oder auch Schlüssel. Das sind Zeichen, die die Arbeit mit dem Bullet Journal vereinfach sollen. Sie sollten für dich passen. Oben im Bild siehst du meinen Key. Der passt für mich. Wenn ich die Zeichen sehe, weiß ich, was gemeint ist. Du benutzt den Key, um zu visualisieren, was am Tag passieren wird, passiert ist, wenn du einen Gedanken, eine Idee oder ein besonderes Ereignis hattest. Ich mache die Planung für den nächsten Tag immer am Abend davor und dann setze ich mich am Abend des nächsten Tages hin und reflektiere das Ganze. Was hat wirklich stattgefunden, was ist nicht, wo habe ich mir zu viel vorgenommen, welche Ideen hatte ich und wie habe ich sie umgesetzt, was plane ich noch?
  8. Der letzte Punkt ist dann mal ein ganz simpler Daily Log von mir. Wenn ich ein Meeting hätte, würde mein Daily Log so aussehen.

Warum war das jetzt aber der Weg zu mir selbst? Naja eine Antwort habe ich schon gegeben. Weil ich meinen Geist entrümpelt habe. Ich habe mich meiner Vergangenheit gestellt. Ich habe aber auch gemerkt, dass ich mir jeden Tag zu viel vornehme, dass ich mich mit Dingen belaste, die ich nicht brauche und dass nichts passiert, wenn ich auch mal nein sage. Ich habe mich von unnützem Ballast und dem Druck befreit, immer funktionieren zu müssen. Leider kann ich das ganze Thema hier nur kurz anreißen, aber so hast du jetzt eine Idee und kannst mit dem Bullet Journal starten. Ich habe dir jetzt in 8 Schritten die Basics erklärt und hoffe ich konnte dir damit helfen.

In einigen meiner nächsten Artikel möchte ich auf einzelne Abschnitte aus Ryders Buch eingehen und was sie in meinem Kopf gemacht haben. Das soll keine Zusammenfassung seines Buches werden, sondern eine Inspiration für dich sein und erklären, warum ich so an diesem Thema hänge und warum es mir so wichtig ist, mit den Vorurteilen zum scheinbar schönen Kalender aufzuräumen.

Bis dahin wünsche ich dir aber einen schönen Tag, Abend oder was auch immer du gerade hast.

Liebe Grüße,

Deine Madlen