Instagram und Pinterest sind voll von Bildern zu allen möglichen Themen. Egal welchen Suchbegriff man eingibt, man bekommt immer viele Ergebnisse. Beim Thema Bullet Journal ist die Range sehr breit von denen, die wirklich inhaltlich am Thema dran bleiben oder aber die schöne Welt suggerieren und damit andere davon abhalten, mit dem Bullet Journal anzufangen oder dran zu bleiben. Das war bisher meine Ansicht. Ich wurde diese Woche

aber eines besseren belehrt.

Es gibt eben nicht immer nur zwei Seiten der Medaille. Es gibt auch bei den Bullet Journalisten Menschen, die die schöne Gestaltung lieben und dafür gute Gründe haben. Das bedeutet aber nicht, dass sie am Sinn des Bullet Journals vorbeigehen. Ryder Caroll verbietet die schöne Gestaltung nicht, wenn sie einen Sinn hat.

Ein Video hat mich diese Woche zum Umdenken bewogen. Es ist von der lieben Yvette vom Kanal Mein Bullet Journal. Ihr findet es hier.

Der Titel: “Darum bin ich schuld, dass viele Bullet Journaling HASSEN.” ist mir sehr nahe gegangen. Das war was, was ich immer wieder auf meinem Feed auf Instagram gesagt habe. Es mag einige geben, die sich von den scheinbar perfekten Bildern auf Instagram abschrecken lassen und deshalb gar nicht erst mit dem Bullet Journal anfangen. Oder sie bleiben nicht dran, weil sie denken, dass sie an diese Perfektion nicht heranreichen können.

Das ist aber ein Trugschluss, auf den ich jetzt mal näher eingehen möchte. Jeder von uns der sein Bullet Journal auf Instagram teilt, gibt ganz viel von sich preis. Die Farben die ich liebe, die Gestaltung und auch die Letterings sagen ganz viel darüber aus, was mir wichtig ist und wer ich bin. Ich kann natürlich auch Layouts teilen, die völlig unpersönlich sind, nur um den Schein der Perfektion zu wahren. Das wird aber langfristig in der Community nicht funktionieren. Ich habe festgestellt, dass die Bilder von mir, die sehr persönlich sind, bei denen ich meine tiefen persönlichen Gedanken teile, die meisten Likes bekommen.

Versteht mich nicht falsch, es geht mir nicht um die Zahl. Ich möchte auf meinem Instagram Feed Menschen mit meinen Bildern berühren und sie nicht davon abhalten ein Bullet Journal zu haben. Trotzdem ist mir die Gestaltung nicht egal. Sie spiegelt wider, dass ich liebe was ich tue. Sie zeigt, was mir wichtig ist und wer ich bin.

Ich möchte das mal an einem Beispiel erklären.

Das ist mein aktuelles Lieblingslayout. Es besteht aus mehreren Teilen, die mir unfassbar wichtig sind. Und genau das ist mein Thema in diesem Monat, sowohl hier als auch auf Instagram. Es geht um Inspiration.

Wie ich bereits erzählt habe begann mein Weg mit dem Bullet Journal mit dem Kanal von Lisa

https://www.youtube.com/channel/UC6H76gzc1zQM73GWqMayu7Q

Das Layout an sich stammt aus einem Live-Stream von einem Sonntag Abend. Ich liebe das, weil man die Möglichkeit hat, sich direkt darüber auszutauschen. So sind die Live-Streams zu Life-Streams geworden, weil sie meine Sicht auf die Dinge oft geändert, also mein Leben positiv beeinflusst haben.

Ich habe das Layout aber nicht einfach nur nachgemalt, sondern auf mich angepasst. Zum einen was die Farben angeht, zum anderen aber auch die Letterings an sich. Auch wenn das eine digitale Zeichnung ist, ist es mir wichtig, ich selbst zu bleiben. Ich lege nicht das Original drunter und male es dann nach. Das macht keinen Sinn, denn so würde meine Bilder ihre Seele verlieren.

Auch das Lettering des Monatsnamens ist von Lisa inspiriert, aber auch aus einem ganz anderen Kontext. Sie zeigt in ihrem letzten Video Letterings und Gestaltungen von Karten. Ich mag den Stil aber und das passt perfekt zu mir.

Und nicht zuletzt ist das auch noch das Lettering mit dem Spruch: “Du bist mein Anker.”

Ich habe dieses Bild genauso auf Pinterest gefunden und es ist mir in den letzten Wochen so wichtig geworden, dass es in meinem BuJo immer wieder auftaucht. Es geht nicht darum, es so besonders schön zu gestalten. Es ist da, weil es mich an einen bestimmten Menschen erinnert. Ich bleibe an meinem BuJo dran und liebe es, es jeden Tag auszufüllen, weil ich dabei an diesen einen wunderbaren Menschen denke.

Das Video von Yvette hat drei wichtige Grundaussagen. Es gibt unter uns Bullet Journalisten Menschen, und ich sehe mich auch an diesem Punkt, die ihr BuJo extrem kreativ gestalten. Das schreckt viele ab. Man muss dabei aber seinen eigenen Weg finden. Ich weiß jetzt, dass es dabei kein richtig oder falsch gibt. In meinem Artikel über Perfektionismus habe ich gesagt, dass dein Bullet Journal nicht perfekt sein muss, weil das niemand von uns ist. Auch nicht diejenigen, bei denen die Bilder so perfekt aussehen. Du musst für dich dein PERFEKT finden, denn wenn du nur die Bilder der anderen nachmalst wird das Bullet Journal für dich nicht funktionieren. Dann bleibst du nicht dran. Und so habe ich durch das Video von Yvette herausgefunden, dass der Fehler einfach auch auf der anderen Seite liegen kann.

Vielleicht fängt jemand nicht mit dem Bullet Journal an, weil er den Sinn dahinter nicht versteht. Weil die Person es nicht schafft, seine eigene Seele in das BuJo zu legen. Wenn man nur so sein will wie alle anderen, wird man nicht bereit sein an sich zu arbeiten. Mir hat es extrem geholfen zu verstehen, was das BuJo mit mir macht, um dran zu bleiben. Ryder Caroll’s Idee, den Geist zu entrümpeln, um die Vergangenheit zu verstehen, das Bullet Journal zu führen, um die Gegenwart zu ordnen und das Bullet Journal für sich immer wieder anzupassen, um an sich zu arbeiten und die Zukunft zu gestalten, ist so essentiell. Dabei hilft man sich selbst aber nicht durch Nachahmung, sondern nur dadurch, dass man Sachen auf Instagram sieht, um sich davon inspirieren zu lassen und sie sich zu eigen zu machen.

So wird es auf meinem Instagram-Feed diesen Monat einige Bilder geben, mit Layouts, mit Letterings und anderen Dingen, die ich auf Instagram gesehen habe und für mich angepasst habe, damit mein Bullet Journal für mich perfekt ist. Ich hoffe ich konnte einigen nochmal die Augen öffnen. Die zentrale Aussage diesen Monat ist also:

“Lass dich von anderen inspirieren. Sei du selbst. Inspiriere andere.”