Sorry für diesen langen Titel, aber ich möchte hier mal ein Thema aufgreifen, dass mich echt ziemlich aufgeregt hat. Aber ich muss mich eigentlich nicht entschuldigen, für das was ich tue, wenn ich merke, dass es für mich gut ist.

Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Thema und wir müssen uns Sorgen um unsere Zukunft machen, wenn wir nicht endlich anfangen nachhaltig zu denken. Aber was ist Nachhaltigkeit eigentlich und warum ist sie so wichtig. Darum soll es in diesem Artikel gehen.

Nachhaltigkeit bedeutet etwas für unseren Planeten zu tun. Ressourcen nicht zu verschwenden und mit ihnen achtsam umzugehen, versteht sich für mich von selbst. Ich versuche im Alltag auf Plastik zu verzichten. Ich ernähre mich vor allem regional und saisonal. Ich kaufe mir nicht alle 2 Jahre ein neues Handy und entsorge meinen Müll nach den kommunalen Entsorgungsregeln. Außerdem koche ich morgens meinen Kaffee zu Hause und kaufe mir keinen Kaffee to go. Es gibt noch so viel mehr Themen, in denen man Nachhaltigkeit im Alltag einbeziehen kann. Und dennoch bin ich vor Kurzem dafür angegriffen worden, dass ich mehr als ein Notizbuch habe und im Monat mindestens ein Notizbuch für mein Bullet Journal brauche. Ja, du hast richtig gelesen.

Mich wurmt so etwas, weil Nachhaltigkeit so viel mehr ist, als nur auf den Umweltschutz zu achten. Es bedeutet vor allem, nachhaltig zu denken und mein Mindset im Auge zu behalten.

Es gab in den letzten Monaten jemanden, der mir gezeigt hat, dass ich etwas an meiner Arbeitsweise ändern muss, wenn ich mein Ziel, die Umschulung zur Industriekauffrau abzuschließen erreichen möchte. Dabei gibt es unterschiedliche Herangehensweisen, aber die wichtigste war zu verstehen, dass ich das nur allein schaffen kann, nicht aber wenn ich mir ständig darüber Gedanken mache, was andere über mich denken. Es geht darum, was ich über mich denke.

Ein Satz war zum Beispiel darüber nachzudenken, wo meine Stärken und Schwächen liegen. Natürlich kann ich das auch auf einem Blatt Papier, aber kann ich mir dadurch immer wieder darüber Gedanken machen? Das ist schwierig, denn in unserem stressigen Alltag verschwinden Zettel auch schnell mal in der Rundablage P zwischen anderen Dingen, die wir nicht mehr für wichtig halten.

Was ist überhaupt wichtig? In aller erster Linie wir selbst und unsere Gedanken. Meine Gedanken sagen mir immer wieder, dass ich nutzlos bin und nichts auf die Reihe bekomme. Was ich aber von mir sagen kann ist: Wenn ich etwas erreichen will, beiße ich mich fest und arbeite an der Sache, bis ich das Ziel erreicht habe. Und ich denke, dass Ausdauer eine der Eigenschaften ist, die ein Arbeitgeber sehr zu schätzen weiß.

Ich liebe, was ich tue. Ich bin Künstler, aber ich möchte auch Industriekauffrau werden. Warum? Weil Themen wie Arbeitsablauforganisation, Personaleinsatz, Produktionsverbesserung, Finanzplanung und andere Dinge absolut mit dem zusammen passen, was ich auch auf Instagram und meinem Blog beschreibe und vermitteln möchte.

Nachhaltigkeit beginnt im Kopf, aber sie sollte nicht da enden. Die Mehrheit der Menschen sieht beim Gedanken der Nachhaltigkeit einzig und allein den Umweltschutz. Aber nicht unser Planet sollte im Fokus stehen.

“Nicht der Planet steht im Fokus von Nachhaltigkeit. Es ist der Mensch, der im Fokus stehen sollte.”

Was bringt es an Bäume zu denken und die Meere zu retten, wenn wir nicht in der Lage sind, vernünftig miteinander umzugehen. Es ist soviel wichtiger, die Entscheidung des Einzelnen zu akzeptieren, als die Erde retten zu wollen. Wir sollten uns und die Menschlichkeit retten, anstatt darüber nachzudenken wieviele Notizbücher jemand benutzt.

Wenn diese Notizbücher den Zweck erfüllen, dass jemand an seiner Persönlichkeit arbeitet, dann ist es das wert. Natürlich mache ich mir Gedanken darüber, wie ich an die Umwelt denken und meinem Geist trotzdem die Freiheit lassen kann, an meinen Schwächen zu arbeiten und meine Stärken auszubauen. Dabei war die Frage nach der Herstellung der Notizbücher einer der wesentlichen.

Man kann zum Beispiel darauf achten, dass die Notizbücher in Deutschland oder zumindest in Europa unter fairen Bedingungen hergestellt werden. Innerhalb Europas muss man immer noch an Transportwege denken, die mit ihrer Abgasbelastung auch nicht einfach so hinzunehmen sind, aber das ist zumindest besser als Transportwege aus China in Kauf zu nehmen.

Ein weiterer Faktor ist die Zertifizierung des Papiers, aus dem das Notizbuch, das man benutzen möchte. Hat das Papier ein FSC-Siegel, so ist es schon einmal sicher, dass das Papier aus nachhaltigerWaldwirtschaft kommt. Man unterscheidet dabei drei Kategorien: FSC MIX, FSC Recycling und FSC 100%. Wer mehr darüber wissen möchte, kann sich auf der Seite des FSC (Forest Stewardship Council) weiter darüber informieren.

Hier der Link:

https://www.fsc-deutschland.de/

Was hat das jetzt aber mit meinem Thema zu tun? Genauso schwer wie es ist immer nachzuvollziehen, wo alle Materialien herkommen, mit denen man arbeitet, genauso schwer ist es an der eigenen Persönlichkeit zu arbeiten. In der Industrie ist der Einsatz von Rohstoffen wie Papier noch viel größer, als in unserem eigenen Haushalt. Dennoch kann man die Komplexität des Themas auch im Alltag nicht zurückweisen. Viel wichtiger ist doch aber, dass wir auch nicht jeden einzelnen Handlungsschritt jeder Person in unserem Umfeld nachvollziehen können.

Hier hilft der Vergleich mit einer Waage. Was wiegt schwerer: der Planet Erde oder unsere eigene Persönlichkeit? Die Erde ist wichtig, aber unsere Persönlichkeit kann in unserem Leben eine viel entscheidendere Rolle spielen. Wenn wir schon zu egoistisch sind, um den Menschen in unserem Umfeld so zu akzeptieren, wie er ist, wie können wir dann davon reden, die Erde zu retten. Das ist Heuchelei.

Der gleiche Mensch, der mir gezeigt hat, wie wichtig es ist, an meiner Persönlichkeit zu arbeiten hat auch gesagt:

„Ein Bleistift ist ein Diamant im Jugendalter.“

Diese Aussage stimmt nicht nur nach den Gesetzen der Chemie, sondern auch nach den Gesetzen der Menschlichkeit. Jeder von uns hat gute und schlechte Eigenschaften. Es ist oft nicht leicht mit den eigenen Schwächen und denen der anderen zu leben, aber es ist noch viel schwerer an den eigenen Schwächen zu arbeiten. Mir hat das Bullet Journal extrem geholfen, an mir zu arbeiten, mich meiner Vergangenheit zu stellen und die Zukunft zu organisieren. Auch wenn das jetzt unendlich pathetisch klingt, ich kann es nur so schreiben, wie es in meinem Kopf ist.

Ich bin unendlich dankbar, dass ich jemanden hatte, der mir den entscheidenden Denkanstoß gegeben hat, weiter zu denken und mein Umfeld endlich auch mal auszublenden, wenn es um die negativen Punkte geht. Wenn ich nicht an mich glaube, wer soll es sonst tun? Ich kann aber nur an mich selbst glauben, wenn ich meine Schwächen kenne und an ihnen arbeite. Man darf niemals anfangen, mit den eigenen Schwächen zu leben, sondern man muss lernen mit den Schwächen der anderen zu leben. Jeder muss an sich arbeiten und den anderen zu verurteilen bringt uns nicht weiter.

Fazit

Mein Artikel sollte zeigen, dass das Bullet Journal den Raum gibt, an sich zu arbeiten und von einem starren Mindset in eine fließende Persönlichkeitsentwicklung zu kommen. Nachhaltigkeit ist also so viel mehr, als Mülltrennung und Recycling. Manchmal können die Aussagen eines Menschen so viel nachhaltiger sein, als wir es überhaupt jemals gedacht haben. Und manchmal ist der erste Eindruck, den wir von einem Menschen haben, ein so oberflächliches Bild, dass man immer noch überdenken kann, wenn man die Fähigkeit hat, das Herz eines Menschen und seine Eigenschaften zu sehen. Aber dafür braucht man Zeit und Geduld. Leider läuft mir die Zeit davon, denn der Mensch der mich so nachhaltig beeinflusst hat, wird bald nicht mehr jeden Tag da sein, um mit mir an meiner Persönlichkeit zu arbeiten. Aber der nachhaltige Eindruck, den er in meinem Leben hinterlassen hat, wiegt auf der Waage so viel mehr, als die Kritik an meinem Verbrauch von Notizbüchern.

(c) Madlen Peilke