Eine Geschichte über Mut
©️ XSeitenSeele, Erfurt, Januar 2022.

Die Hintergründe

Die hebräische Sprache begleitet mich schon sehr lange. Das ist jetzt nicht neu für mich. Neu ist, dass ich es jetzt auch mit der Öffentlichkeit teile. Ich liebe es diese Sprache zu sprechen. Lesen und schreiben ist leider nicht ganz so einfach, daran arbeite ich noch. Das ist aber nicht der Grund, warum dieses Handlettering entstanden ist. Deshalb möchte ich dir heute eine Geschichte über Mut erzählen.

Back to 2002

Im Jahr 2002 ging es mir nicht gut. Ich war 15 Jahre alt und wusste nicht wer ich bin, weil mir so unfassbar viel passiert ist. Ich kann gar nicht alles davon erzählen, weil die meisten Menschen nicht damit umgehen können. Das ist aber ok. Ich konnte es auch lange nicht. Warum soll es dann jemand anders können.

Und dann kam ein Mensch in mein Leben, der alles verändert hat. Er war nur eine Fernsehfigur. Nun ja, er war aber auch irgendwie er selbst und er hat mir gezeigt, dass es da draußen Menschen gibt, die sich für Kinder wie mich interessieren. Er hat irgendwann mal gesagt: “Durch meine Erfahrung bekomme ich so häufig mit, dass die äußere Fassade nichts zu bedeuten hat. Die echten, wahren Familiendramen spielen sich nämlich immer im Verborgenen ab.”. Und mit dieser Aussage hatte dieser Mensch so Recht.

Was dann weiter passiert ist…

Unser Kontakt ist 2007 abgerissen und es dauerte bis 2019 ehe wir uns, wenn auch nur virtuell, wieder über den Weg gelaufen sind. Ich wusste nicht, was mich erwartet, aber ich habe mich sehr darüber gefreut, denn ich wusste nicht, dass wir eine berufliche Gemeinsamkeit haben. Dann musste ich all meinen Mut zusammennehmen und diesem Menschen sagen, was in der Vergangenheit passiert ist und was er damit zu tun hat. Am Anfang war das auch alles in Ordnung, aber dann habe ich einen Fehler gemacht, der mich heute noch begleitet und der Grund ist, warum ich diese Geschichte überhaupt erzähle.

August 2020

Ich habe meine Geschichte über Mut in einem Buch aufgeschrieben und diesem besonderen Menschen, ich nenne ihn jetzt mal M, dieses Buch geschickt, aber nicht nur das Buch und das war der Fehler. M bekam von mir ein völlig übertriebenes Paket war damit völlig überfordert. Ich habe mich eher verhalten wie ein Fan als ein dankbares Kind. Ich wollte einfach nur alles dafür geben, dass M versteht, dass er mir als Kind mein Leben gerettet hat.

Eine Mail, die alles verändert, aber auch eine Geschichte über Mut erzählt

M hat mir im November 2020 eine Mail geschickt, in der er mir erklärte, dass das alles zu viel war und er es zeitlich einfach nicht schafft, sich weiter mit meiner Vergangenheit zu beschäftigen. Ich habe diese Mail erstmal als Angriff aufgefasst. Das war sie aber gar nicht. Es gab eine Sache, die ich zu dieser Zeit noch nicht verstanden habe: Ich wusste nicht, dass nicht jeder mit so schlimmen Geschichten umgehen kann und dass es auch Dinge gibt, die man besser nicht an sich heranlassen sollte.

Das ist völlig ok, denn jeder Mensch hat auch ein Privatleben und wir waren schließlich keine Freunde. Ich habe aber den Helden meiner Kindheit verloren und musste das für mich erstmal verstehen.

Was ich daraus gelernt habe

Ich habe in einem Instagram-Post diese Woche erzählt, dass meine Therapeutin mir gesagt hat, dass ich mir selbst vergeben muss.

Du findest den Beitrag hier:

Aber wie soll ich mir selbst vergeben, dass ich mit meinem völlig übertriebenen Geschenk alles kaputt gemacht habe und M und ich nicht mehr miteinander sprechen können?

Ich habe in den letzten Tagen ein bisschen darüber nachgedacht und mir überlegt, dass ich an der Situation jetzt nichts mehr ändern kann. Natürlich kann ich M nicht dazu zwingen mit mir zu sprechen oder zu verstehen, was in mir vorgeht. Ich kann M auch nicht beweisen, dass ich verstanden habe, dass ich keine Helden mehr brauche.

Ich habe aus dieser Situation gelernt, dass ich nur mein eigenes Verhalten ändern kann. M musste sich distanzieren, weil er weder die Zeit noch die Kraft hatte, sich mit meiner Geschichte zu beschäftigen, die ihn auch belastet hätte.

Und warum erzählst Du die Geschichte über Mut auf Hebräisch?

Na ganz einfach, weil das zu 100% ich bin. Ich fühle dieses Wort so sehr und ich weiß, dass es Mut gebraucht hat, M damals zu kontaktieren. Dieser Mut wurde belohnt, auch wenn sich dadurch mein ganzes Leben geändert hat. Manchmal muss man die Vergangenheit loslassen, um seine Identität zu finden und manchmal tut es weh, an sich zu arbeiten.

Und alle diese Erkenntnisse, aus der Zeit mit M und anderen Menschen habe ich in einem Buch festgehalten und mich so mit mir selbst noch ein zweites Mal auseinander gesetzt. Dieses Buch wird bald erscheinen und xSeitenSeele ist der Titel, weil das einfach auch zu 100% ich bin. Ich habe das alles erst durch das Bullet Journal verstanden und meine ganze Liebe steckt in jeder einzelnen Seite dieses Buches.

Die Definition von Mut trifft auch hier den Nagel auf den Kopf. Meine Entscheidung M zu kontaktieren war gefährlich. Dass ich jetzt damit leben muss, dass M keinen Kontakt mehr zu mir möchte ist ok. Ich muss es noch verstehen und ich muss mir vergeben. Aber das braucht eben nicht nur Mut, sondern auch Zeit.

Mir war nicht klar, dass ich ein Leben ohne M überhaupt leben kann, wenn er mich doch schon 19 Jahre meines Lebens begleitet. Das ist mehr als die Hälfte, aber es gibt eben Dinge im Leben, die nicht für immer so bleiben und deshalb musste ich mir auch die Zeit geben, dass zu verarbeiten.

Und wie kannst Du Deine Geschichte über Mut schreiben?

Du könntest auch mit dem Bullet Journal anfangen. Wenn Du Dich jetzt fragst, wie Du das schaffen sollst, dann schau Dich gern mal hier um:

https://bulletjournalxseitenseele.online/onlineshop/

Bald wird es nicht nur das Buch geben, sondern auch meinen eigenen Bullet Journal Kurs und wenn Du Dich in die Warteliste eintragen möchtest, kannst Du das hier gern tun. Ich freue mich auf Dich.

Und jetzt wünsche ich Dir noch einen schönen Tag, Mittag oder Abend oder wann auch immer Du diesen Beitrag liest.

Das Signum der Autorin