Mr. Almanach

Mr. Almanach oder: Eine Erfolgsgeschichte begann mit Einfach_Lilienhaft

Die Suche nach dem richtigen Notizbuch für das Bullet Journaling ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Als ich damals mit dem Bullet Journal begonnen habe, habe ich auf YouTube, Instagram und Pinterest nach Inspiration gesucht. Ich war schlichtweg überfordert, weil auf allen Kanälen der Anschein erweckt wurde, dass man Künstler sein muss, um ein Bullet Journal zu führen. Einzig und allein ein Kanal ist dabei anders gewesen. Es war der von Lisa. Auf ihrem Kanal zeigt sie eindrucksvoll nicht nur Ideen zum Handlettering. Vor allem ihr Bullet Journal besticht durch Einfachheit und Minimalismus. Nachdem ich verstanden hatte, was der Sinn des Bullet Journals ist, wollte ich für mich den richtigen Weg finden. Als die Zeit der Pandemie begann, waren Live-Streams nicht mehr aus meinem Alltag wegzudenken. Im Bereich der Bullet Journalisten sind einige auf diesen Zug aufgesprungen. Ich hatte jeden Sonntag Abend meine helle Freude daran, Lisa zuzuschauen. Der Austausch mit ihr hat mich sehr viel weiter gebracht. Ein Satz ist mir dabei im Gedächtnis geblieben. Ich hatte im Chat gesagt, dass ich es toll finde, Scrapbooking und Bullet Journaling miteinander zu vereinen. Ihre Antwort darauf:

„Bullet Journaling ist eine Methode.“.Ich habe so unendlich lange über diesen Satz nachgedacht und festgestellt, dass ich mich viel zu lange von den Bullet Journals auf Instagram habe blenden lassen. Ich habe angefangen das Buch von Ryder Caroll zu lesen. Die Bullet Journal Methode. Ich frage mich heute immer noch jeden Tag, warum ich damit nicht eher angefangen habe. Ich hätte mir so viel Frust und Enttäuschung ersparen können. 

Ryder Caroll sagt in seinem Buch an einer Stelle über soziale Medien:

„Dieses virtuelle Abwasser sickert fortwährend in unser Bewusstsein und verschmutzt unseren Sinn für die Realität und unseren Selbstwert, jedes Mal, wenn wir online gehen.“. 

Jetzt fragt man sich vielleicht: Du machst doch selbst Instagram. Bist du dann anders als alle anderen? Ja. Ich sage in meinen Beiträgen immer wieder, dass ich nicht suggerieren möchte, dass meine Bilder perfekt sind und ich Layouts poste, weil es um die schöne Gestaltung geht. 

Und genauso wie soziale Medien generell unseren Sinn für die Realität trüben, so haben viele Bilder auf Instagram auch die Wahrheit über das Bullet Journal getrübt. 

Ryders Konzept und Lisas Minimalismus sind für mich persönlich der heilige Gral des Bullet Journalings. So ist es mir gelungen, mich in meinem privaten Bullet Journal auf das Wesentliche zu fokussieren. Den Sinn des Bullet Journals. So viel zur Vorrede. Das ist nicht meine Erfolgsgeschichte, sondern die von Rainer Kempen. Seine Geschichte mit dem BuJo begann auch auf Lisas Kanal. Rainer wollte System in seine vielen Termine und Verpflichtungen bringen und suchte deshalb nach der richtigen Lösung. Dabei stieß auch er auf Lisas YouTube-Kanal, der ihn ans Ziel brachte. Die Bullet Journal Methode war perfekt für das, was Rainer wollte. Da er, wie er selbst sagt, leidenschaftlicher Buchbinder ist, war klar, dass er das Notizbuch selbst herstellen würde.So begann die Geschichte des Almanachs. Die erste Auflage, die Rainer produzierte bestand aus neun Einzelstücken. Hier kommen wir aber schon zur ersten Besonderheit. Man kann bei Rainers Arbeit nicht von Produktion sprechen. Auf der Website findet man die Information, dass jedes Buch in 46 Einzelschritten von Hand gefertigt wird.Die ersten neun Bücher entstanden also in mühevoller Kleinarbeit und unendlicher Leidenschaft in der Mittagpause bei der Arbeit. Als Rainers Chef das mitbekam, war er begeistert und gab ihm noch mehr Raum und Unterstützung. So konnte Rainer den Prototypen weiterentwickeln und fand sich auf der Messe Paperworld im Januar 2019 zwischen Firmen, wie Leuchtturm und Dingbats wieder. Und hier kommt für mich einer der Kernpunkte in meinem Test. Ein Notizbuch von Leuchtturm kostet um die 20 Euro, je nachdem ob man es bei einem lokalen Händler oder im Internet kauft und ich finde diesen Preis erschreckend. Sicherlich ist Leuchtturm einer der Marktführer und das nicht umsonst. Das liegt aber nicht an der überragenden Qualität, sondern daran dass die Menschen Mr. Almanach noch nicht kennen.Ich habe hier beide Bücher nebeneinander liegen und finde den Vergleich tatsächlich erschreckend.

Die Business-Linie von Mr. Almanach liegt preislich bei 35,55 Euro. Rainer hat keinen finanziellen Vorteil durch den Verkauf der Bücher. Das kann auch gar nicht sein, wenn man die Zeit sieht, die er zur Herstellung eines Buches braucht. Rechnet man das Ganze hoch kommt man auf Zeiten von 5-8 Stunden pro Buch und das in Handarbeit. Das macht einen Stundensatz von ca. 7 Euro. Hier kann man nicht von Gewinn sprechen, wenn man bedenkt, dass hier auch noch hochwertige Materialien eingesetzt werden. Über die Qualität und die Fertigungsmethoden von Leuchtturm möchte ich jetzt nichts sagen. Aber Rainers Geschichte ist eben nicht deshalb eine Erfolgsgeschichte, weil er damit Unmengen an Geld verdient hat, sondern weil er eine Vision hatte und diese Vision immer weiter wächst. Führt man ein Bullet Journal, möchte man nicht, dass die Schrift vom Handlettering durchdrückt, egal wie aufwendig man sein Bullet Journal führt. Ich habe den Almanach mit den Tombow Twin Tone, den Tombow ABT und sogar den Ecoline Brushpens ausgetestet. Wo andere Notizbücher völlig versagen und es nicht nur ein Ghosting (Durchscheinen) sondern auch ein Bleeding(Durchbluten) gibt, sieht man beim Almanach nichts.

Ganz wichtig finde ich noch, dass der Almanach mit einem Mythos aufräumt und ich finde es so wichtig, darüber zu sprechen. Andere namenhafte Hersteller von Notizbüchern suggerieren uns, dass wir in unserem Notizbuch unbedingt eine sogenannte „Froschtasche“ brauchen. Dass bei einer fehlenden Qualität das Notizbuch irgendwann Schaden nimmt, ist zu erwarten, weil man das Notizbuch vorn und auch hinten am besten richtig vollstopft. Das zerstört den Einband und man hat nicht lange Freude am Buch. Beim Almanach ist das komplett anders. Der hat nur eine kleine Tasche vorn und eine kleine Tasche hinten, in der ich jeweils zwei kleine Notizzettel habe. So passiert dem Buch nichts und das ist auch gut so.Warum sagt man uns, dass wir unser Notizbuch vollstopfen sollen, wenn es dabei doch kaputt geht? Das ist Plan und Kalkül, damit wir uns schnell wieder ein neues kaufen. Beim Almanach soll man möglichst lange Freude haben. 

Die Website vom Almanach ist:https://www.almanach.shop/home

Jeder der ein Notizbuch sucht, mit dem er auch glücklich werden kann, sollte dort mal schauen. Es gibt viele Auswahlmöglichkeiten und jeder sollte dort fündig werden.Wie verhält sich das Papier des Almanach beim Bullet Journaling? Dazu wird es noch einen nächsten Artikel geben.

Für heute wünsche ich dir erstmal einen schönen Tag.

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